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EU Verbot von Tattoo Farben beschlossen

Die EU hat am 14. Dezember 2020 ein Verbot für die Tattoo Farben blau15 und grün7 beschlossen. Obwohl sich die Szene heftig und mit guten Argumenten gegen das Verbot wehrt, bleibt sie ungehört. Ab wann dieses Verbot in Kraft tritt und welche Folgen das für die Szene hat, erfährst du hier.

Wieso will die EU Blau 15 und Grün 7 verbieten?

Die EU-Chemieagentur stuft blau17 und grün7 als gesundheitsschädlich ein. Um das zu beweisen hat sie eine drei Jahre dauernde Studie in Auftrag gegeben. Diese ergab, dass manche Stoffe in den genannten Farben krebserregend sein könnten. Begründet werden die Bedenken mit mangelnder Information über die Inhaltsstoffe der Tattoo Farben [Punkt 15 in der Verordnung]. Das Problem bei der Verordnung ist, dass diese keine Langzeitstudien beinhalten.

Demgegenüber stehen zehn Jahre Erfahrung in der Tattoo Szene. Außerdem kritisieren die Tattoo Studios, dass wissentlich krebserregende Stoffe in dem Verbot nicht enthalten sind. Dazu gehört zum Beispiel Nickel, welches oft in unreinen Tattoo Farben zu finden ist.

Ab wann gilt das Verbot und wer ist davon betroffen?

Das Verbot der Tattoo Farben soll am 4. Jänner 2023 in Kraft treten.

Betroffen davon sind alle Studios in der EU sowie alle Tattoo Liebhaber. Der Grund dafür ist, dass Blau15 und Grün7 laut dem deutschen Tattoo Verband in ca. zwei Drittel aller Tattoo Farben enthalten sind. Das bedeutet, dass manche Motive oder sogar ganze Stile gar nicht mehr möglich wären. Zu den betroffenen Stilen gehören zum Beispiel Farbrealismus oder auch viele asiatische Tattoostile. Da circa 12% aller Europäer tätowiert sind und es immer mehr werden, stellt dieses plötzliche Verbot die Szene vor große Herausforderungen.

Was ist das Problem beim Verbot von Tattoo Farben?

Die Szene kritisiert, dass die Studien die zum Verbot führen, unvollständig sind. Die EU-Chemie Agentur bezieht sich dabei jedoch auf das schon bestehende Verbot gegen blau15 und grün7 in Kosmetika. Was auf der Haut schädlich ist, muss unter der Haut auch schädlich sein, heißt es darin. Die EU stützt sich auf unvollständige Studien und ignoriert die Folgen, die ein solches Verbot für viele Unternehmer mit sich bringt. Unseriöse Tätowierer würden sich die Farben vermutlich weiter aus dem EU-Ausland bestellen und seriöse würden dadurch einen Großteil ihrer Aufträge verlieren.

Was ist die Alternative zum Verbot?

Aufklärung, Informationen und gründliche Langzeitstudien könnten Alternativen bringen und die Eigenverantwortung der Betroffenen stärken. Die Vergangenheit zeigt, das Menschen Verbote eher umgehen als befolgen. Deshalb dürfte die Aufklärung über die Gefahren und Risiken der einzige Weg sein um einen bewussten Umgang zu schaffen.

FAZIT

Die Erfahrung in Tattoo Kreisen zeigt, dass geprüfte bzw. zertifizierte Farben auch nach 10 Jahren bei fast keinen Menschen zu Problemen führen. Natürlich gibt es immer wieder Irritationen oder allergische Reaktionen. Diese haben jedoch meist mit einer Unverträglichkeit zu tun oder stehen mit unseriösen und unhygienischen Tätowierern in Zusammenhang. Ein solches Verbot hält diese vermutlich nicht davon ab, noch giftigere Farben aus dem EU-Ausland zu verwenden.