Tattoo-Allrounder René über Kreativität und aktuelle Styles
Im 16. Bezirk in Wien führt René sein Studio Repet-X Custom Tattoo, wo er seine Leidenschaft für Kunst und Haut vereint. Seine Reise in die Tattoo-Welt begann nicht in einem Studio, sondern während der Pausen im alten Job – beim Zeichnen. Was als kreative Beschäftigung startete, wurde zum Beruf.
Wie bist du Tätowierer geworden?
Tatsächlich hatte ich anfangs nichts mit Tattoos zu tun. Während meiner Pausen im alten Job habe ich jedoch oft gezeichnet, und viele Menschen in meinem Umfeld wollten ihre Tattoo-Motive von mir entwerfen lassen. Irgendwann ließ ich mich selbst tätowieren – und das hat mich sofort fasziniert. Die Begeisterung für das Tätowieren wuchs, und schließlich wollte ich selbst Tätowierer werden. Ein Studio nahm mich auf, und so begann meine Karriere in der Tattoo-Szene.
Was war dein erstes Tattoo?
Mein erstes Tattoo war ein Kreuz in Tribal-Form mit Steinoptik, gestochen auf meinem Oberarm.






Was ist das Besondere an deiner Kunst?
Ich bin ein echter Allrounder und mache fast jeden Stil. Mein Ziel ist es immer, die individuellen Wünsche meiner Kunden umzusetzen und ihre Persönlichkeit in das Tattoo einfließen zu lassen. Jedes Motiv wird direkt im Studio gezeichnet und gemeinsam mit dem Kunden entworfen. Mir ist es wichtig, Tattoos zu kreieren, die nicht jeder hat – jedes meiner Werke soll einzigartig sein. Selbst klassische Motive wie Unendlichkeitszeichen lassen sich personalisieren. Zudem tätowiere ich immer mit größter Sorgfalt, denn ich weiß, dass mein Werk den Kunden ein Leben lang begleiten wird.
Was ist dein Lieblingsstil?
Besonders gerne tätowiere ich Semi-Realismus, Black & Grey und Mandalas. Ich liebe Herausforderungen und freue mich über anspruchsvolle Motive. Farbiger Fotorealismus ist nicht so meins, aber ansonsten probiere ich gerne verschiedene Stile aus – auch Watercolor-Tattoos gehören dazu.
Welche Tattoo-Stile liegen aktuell wieder im Trend?
Angeblich kommt das berühmte Arschgeweih zurück – bisher hatte ich aber noch nicht das Vergnügen, eines zu stechen. Tribals erleben ebenfalls ein Comeback, allerdings in einer modernen Variante.
Ein großer Trend sind derzeit minimalistische Fine-Line-Tattoos, die oft als Patchwork-Tattoos getragen werden. Das bedeutet, dass Menschen sich mehrere kleine Tattoos von unterschiedlichen Künstlern auf ihrem Körper verteilen lassen. Bei Fine-Line-Tattoos ist allerdings Vorsicht geboten: Sie dürfen nicht zu fein sein, damit sie nicht verblassen, aber auch nicht zu dick, damit sie ihre Eleganz behalten. Hier muss man die perfekte Balance finden.
Ein weiterer Trend sind Blackout-Tattoos – aktuell arbeite ich an zwei solchen Projekten. Diese Art des Tätowierens erfordert viel Sorgfalt, da die Farbe gleichmäßig eingebracht werden muss. Persönlich bin ich kein Fan von großen Körperflächen, die einfach nur schwarz werden. Interessant finde ich allerdings Weiß-auf-Blackout-Tattoos, bei denen weiße Tattoos auf bereits schwarzen Flächen gestochen werden. Da diese Technik jedoch mehrere Sitzungen benötigt, muss man viel Geduld mitbringen.
Wo siehst du dich in fünf Jahren?
In fünf Jahren möchte ich weiterhin meinen Traumjob ausüben – in meinem Studio, mit meinen Kunden und meiner Leidenschaft fürs Tätowieren. Mein Ziel ist es, genau das weiterzumachen, was ich liebe.
Wie findest du neue Kunden?
Meine Kunden kommen vor allem über Social Media, das Tattoo-Netzwerk und Mundpropaganda zu mir. Die Kombination aus Online-Präsenz und Weiterempfehlungen funktioniert für mich am besten.